Über Evi
Ich wuchs katholisch auf und liebte die Rituale, Gebete und die Atmosphäre der Kirche. Mit 19 machte ich mich auf die Suche, um Antworten auf die Fragen zu finden wer ich bin, was ich hier mache und was es bedeutet als Mensch zu leben. Das war auch das Ende meiner christlichen Praxis. Mit 28Jahren (1995) traf ich einen alten Mann im Thurgau beim Spazierengehen und wir kamen ins Gespräch. Als er sagte, er wäre Buddhist, hatte ich keine Ahnung wovon er redet, aber ein tiefes Gefühl von zu Hause angekommen zu sein, was sich seither nie geändert hat. Sein Name war Kuno Onken. Mit ihm und seiner Gruppe im Haus der Besinnung studierte ich Sutren (Lehrreden) des Buddha und die Laiengelübde. 1996 hatte ich das Bedürfnis , die Medita-tion zu erlernen und traf auf Sylvia Wetzel. Sylvia kommt aus der tibetischen Tradition und kümmert sich stark um Frauen im Buddhismus weltweit. Sie ist die Gründerin der Tara Libre Linie. 2000 traf ich Joan Halifax Roshi und begann mit ihr im Being with Dying Prozess und Zen Buddhismus zu studieren. 2001 nahm ich die Bodhisattvagelübde mit Sylvia Wetzel und die Zen Laiengelübde mit Joan Halifax Roshi. 2002 erhielt ich die Novizen Priesterinnen Weihe (Tokudo) und wanderte in die USA aus, um am Upaya Zen Center zu leben und zu üben. 2003 wechselte ich ins Zen Center of Los Angeles und studierte bis im April 2010 mit Roshi Egyoku Nakao.  ZCLA ist der Muttertempel der White Plum Sangha, in der Linie von Taizan Maezumi Roshi. ZCLA ist in der Soto Linie des Zen Buddhismus zu Hause, die Hauptpraxis ist Zazen und Koan Praxis. Während meiner Zeit am Zen Center leitete ich Retreats zum Thema „die Weisheit der Vergänglichkeit“ für Laienpraktizierende und mehrere  überkonfessielle Retreats zum Thema „Mitfühlende Betreuung für Sterbende“ für Menschen, die professionell mit Sterbenden arbeiten. In den acht Jahren als Resident Trainee hatte ich auch die Zeit und den Raum Retreats und Kurse mit Lehrerinnen und Lehrern wie Lama Tsuldrim Allione, Ajahn Amaro, Kazuaki Tanahashi, Rose Pinard, Michele Cassou und anderen zu besuchen. Im Juni 2010 kehrte ich in die Schweiz zurück. Bis April 2013 arbeitete ich auf der Palliativstation in Affoltern am Albis als Pflegefachfrau. Im Mai 2013 habe ich in den Fachbereich Palliative Care der Spitex Kanton Zug gewechselt. Seither habe ich auch in St. Gallen den interprofessionellen CAS Lehrgang für spezialisierte Palliative Care abgeschlossen Ich sitze Sesshins und Übungstage zu Hause und besuche weiterhin Retreats und Sesshins unter anderem mit Amy Holloway Roshi und anderen. Seit 2011 ging ich 5 mal mit den Zen Peacemakern nach Auschwitz, zum Bearing Witness Retreat. Die Grundsätze des Nicht-Wissens, Bezeugens und Heilens sind ein prägender Teil meiner Übung als Mensch und als Pflegefachfrau. Am 2.3.2012 habe ich die Roben abgelegt und mich für einen Laienweg entschieden, der mir ermöglicht, meine Gelübde der Sterbebetreuung zum Ausdruck zu bringen.  Mein Wunsch war und ist es, die Kraft und Klarheit des Zen mit der Liebe der Tara Libre Linie und der Tiefe der Achtsamkeitsmeditation der Theravadas zum vereinen. Bei verschiedenen Anlässen und auf Nachfrage gab und gebe ich Weiterbildungen oder spreche zum Thema Sterben, Vergänglichkeit und/oder Zen-Themen. Die Kombination meiner Ausbildungen im fachlichen und spirituellen Bereich geben mir dazu viele Methden an die Hand, wobei ich besondere Freude am Ablauf Input -> Kontemplation -> Kommunikation habe. Oder mit den Worten Martin Bubers: „Ich werde am Du. Ich werdend spreche ich Du. Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ In diesem Sinne auch der Titel meines Buches: “Geschichten intimer Beziehungen. Sterbebetreuung einmal anders erzählt” Im Mai 2017 habe ich in einem privaten Ritual die Roben wieder aufgenommen
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