Wer bin ich und wer bist Du?
Praxis Praxis

Wie können wir diesen Kreislauf nun durchbrechen?

Erst mal hilft vor allem Sylvia Wetzels Konzept der Muse. Wenn wir uns keine Zeit nehmen, uns zurückzuziehen und Passagen der Familiendynamik überdenken  und uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen, haben wir keine Chance. Achtsamkeit braucht Zeit und will genährt sein. Jetzt erscheint in unserem Geist aber sofort das Stress-Argument: „ich habe keine Zeit, weil ich mich schließlich um meine Eltern kümmern muss, meine Arbeit habe und meine eigenen Kinder“ usw. Nun kommt die ganz banale Frage: stimmt das? Also mal ganz nüchtern: erstens wären wahrscheinlich alle Beteiligten froh, wenn wir mal etwas runterkommen würden von dem Retterzwang beweisen zu müssen, was wir für Heldinnen sind. Zweitens ist das Argument meist inhaltlich nicht korrekt. Bei der Aufzählung der fünf geistigen Hindernisse ist eines Trägheit und eine Beschreibung der Trägheit ist rastloses Tun. Die These ist, dass wir uns lieber beschäftigten, als inne zu halten und unsere schmerzhaften Muster betrachten. Drittens, wenn wir nicht innehalten, werden die Konditionierungen, die wir aus der Kindheit mitbringen, weiterleben und wir werden sie an unsere Kinder oder Partner weitergeben, selbst wenn es genau die Dinge sind, unter denen wir am meisten gelitten haben. Wollen wir das? Etwas längerfristig gedacht lohnt sich die Investition der Kontemplation. Wenn die Muster sehr ausgeprägt und schmerzhaft sind, hilft es Praxis mit Therapie zu kombinieren. Wenn die verletzten Kinder in uns sich trauen, ihren Schmerz zu zeigen, ist es oftmals hilfreich, jemanden zu haben, die einem dabei unterstützt, die eine Vertrauensbasis bereitstellt und bei der man sich einfach mal ausheulen kann. In diesem Kontext möchte ich aber wieder zurück auf die Praxis kommen. Bis jetzt haben wir vielleicht bemerkt, dass vieles, was in unserer Betreuung abläuft, unsere Konditionierung ist. Wenn wir das bemerkt haben, haben wir schon halb gewonnen. Um nochmals auf die Gefühlsbetrachtung zurückzukommen: die dickste unserer Konditionierung ist die, dass wir das unangenehme, was das Leben bietet, loswerden möchten. Wie Roshi Egyoku gerne sagte, wir sind alle Glücks-Junkies. Das wollen alle Menschen. Alle wollen glücklich sein und frei sein von Leiden. Das ist unser verbindender Faktor als Mensch. Nun haben aber sieben Milliarden Menschen sieben Milliarden Vorstellungen, wie sie dieses Ziel erreichen, auch dein Vater, deine Mutter, dein Bruder und du. Dein Vater denkt vielleicht, er ist glücklich, wenn er den Krebs los wird, die Mutter denkt, sie ist glücklich, wenn der Vater glücklich ist, der Bruder, wenn er mit der ganzen Geschichte nichts zu tun hat und du wärst glücklich, wenn alle das machen würden, was du denkst sie sollten. Ist das realistisch? Nein, keine davon, aber dafür sind sie die Realität mit der wir anfangen zu üben. Wenn wir das Ganze mit etwas Humor angehen, wird es auch leichter. Ich gehe immer noch von der Anfangsthese aus, dass wir das Beste für unseren Patienten (wie auch immer das Verhältnis ist) möchten. Wenn wir nun diese ganze Einleitung in Betracht ziehen, mit allen Konditionierungen aller Beteiligten, inklusive meiner selbst, besteht dann überhaupt eine Chance, rauszufinden, was das heisst. Die Antwort ist ja. Wir müssen nur üben, unserer eigenen Vergänglichkeit ins Auge zu schauen und mit dem Herzen denken zu lernen, anstatt nur mit dem Verstand. Dafür gibt es tolle geführte Meditationen. Wir üben Achtsamkeit durch Vipassana (Klarblicksmeditation) und einen schlauen Umgang mit ethischen Regeln im Alltag, um wacher zu werden für unsere Handlungen und die daraus entstehenden Resultate. Dadurch können wir dann Freude fördern und Leiden verringern. Viel Spaß beim üben! Vortrag als Download: Wer bin ich und wer bist du?  Wie funktionieren wir die meiste Zeit? (pdf)
Wer bin ich und wer bist Du?

Wie können wir diesen Kreislauf nun

durchbrechen?

Erst mal hilft vor allem Sylvia Wetzels Konzept der Muse. Wenn wir uns keine Zeit nehmen, uns zurückzuziehen und Passagen der Familiendynamik überdenken  und uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen, haben wir keine Chance. Achtsamkeit braucht Zeit und will genährt sein. Jetzt erscheint in unserem Geist aber sofort das Stress-Argument: „ich habe keine Zeit, weil ich mich schließlich um meine Eltern kümmern muss, meine Arbeit habe und meine eigenen Kinder“ usw. Nun kommt die ganz banale Frage: stimmt das? Also mal ganz nüchtern: erstens wären wahrscheinlich alle Beteiligten froh, wenn wir mal etwas runterkommen würden von dem Retterzwang beweisen zu müssen, was wir für Heldinnen sind. Zweitens ist das Argument meist inhaltlich nicht korrekt. Bei der Aufzählung der fünf geistigen Hindernisse ist eines Trägheit und eine Beschreibung der Trägheit ist rastloses Tun. Die These ist, dass wir uns lieber beschäftigten, als inne zu halten und unsere schmerzhaften Muster betrachten. Drittens, wenn wir nicht innehalten, werden die Konditionierungen, die wir aus der Kindheit mitbringen, weiterleben und wir werden sie an unsere Kinder oder Partner weitergeben, selbst wenn es genau die Dinge sind, unter denen wir am meisten gelitten haben. Wollen wir das? Etwas längerfristig gedacht lohnt sich die Investition der Kontemplation. Wenn die Muster sehr ausgeprägt und schmerzhaft sind, hilft es Praxis mit Therapie zu kombinieren. Wenn die verletzten Kinder in uns sich trauen, ihren Schmerz zu zeigen, ist es oftmals hilfreich, jemanden zu haben, die einem dabei unterstützt, die eine Vertrauensbasis bereitstellt und bei der man sich einfach mal ausheulen kann. In diesem Kontext möchte ich aber wieder zurück auf die Praxis kommen. Bis jetzt haben wir vielleicht bemerkt, dass vieles, was in unserer Betreuung abläuft, unsere Konditionierung ist. Wenn wir das bemerkt haben, haben wir schon halb gewonnen. Um nochmals auf die Gefühlsbetrachtung zurückzukommen: die dickste unserer Konditionierung ist die, dass wir das unangenehme, was das Leben bietet, loswerden möchten. Wie Roshi Egyoku gerne sagte, wir sind alle Glücks-Junkies. Das wollen alle Menschen. Alle wollen glücklich sein und frei sein von Leiden. Das ist unser verbindender Faktor als Mensch. Nun haben aber sieben Milliarden Menschen sieben Milliarden Vorstellungen, wie sie dieses Ziel erreichen, auch dein Vater, deine Mutter, dein Bruder und du. Dein Vater denkt vielleicht, er ist glücklich, wenn er den Krebs los wird, die Mutter denkt, sie ist glücklich, wenn der Vater glücklich ist, der Bruder, wenn er mit der ganzen Geschichte nichts zu tun hat und du wärst glücklich, wenn alle das machen würden, was du denkst sie sollten. Ist das realistisch? Nein, keine davon, aber dafür sind sie die Realität mit der wir anfangen zu üben. Wenn wir das Ganze mit etwas Humor angehen, wird es auch leichter. Ich gehe immer noch von der Anfangsthese aus, dass wir das Beste für unseren Patienten (wie auch immer das Verhältnis ist) möchten. Wenn wir nun diese ganze Einleitung in Betracht ziehen, mit allen Konditionierungen aller Beteiligten, inklusive meiner selbst, besteht dann überhaupt eine Chance, rauszufinden, was das heisst. Die Antwort ist ja. Wir müssen nur üben, unserer eigenen Vergänglichkeit ins Auge zu schauen und mit dem Herzen denken zu lernen, anstatt nur mit dem Verstand. Dafür gibt es tolle geführte Meditationen. Wir üben Achtsamkeit durch Vipassana (Klarblicksmeditation) und einen schlauen Umgang mit ethischen Regeln im Alltag, um wacher zu werden für unsere Handlungen und die daraus entstehenden Resultate. Dadurch können wir dann Freude fördern und Leiden verringern. Viel Spaß beim üben! Vortrag als Download: Wer bin ich und wer bist du?  Wie funktionieren wir die meiste Zeit? (pdf)
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