Das Abschiedsgedicht ans Leben
Praxis Praxis
Ich las kürzlich das Buch: Der Wurm in unsen Herzen”. Darüber, wie unsere (un-) bewusste Angst vor unserem Tod unser Leben bestimmt. Die Wissenschaftler beschreiben zwei Bewältigungsstrategien: unser Leben als sinnvoll zu erkennen und etwas zu den Werten unserer Kultur beitragen. Ich würde hinzufügen, Einsicht in die Einheit des Lebens zu haben. Also, könnte Dein "Abschiedsgedicht ans Leben" Dir helfen, mit Deiner Angst vor dem Tod umzugehen und den Reichtum zu entdecken, den Dein Leben dem Leben schenkt. Ganz traditionell wurde dieses Gedicht auf dem Sterbebett gesprochen oder niedergeschrieben und kommt aus dem Adel, den Samurais (der Kriegerschicht) und den Klöstern. Es gibt ein wunderschönes Buch mit gesammelten Gedichten dieser Art, aber leider nur auf englisch. Es heißt „Japanese Death Poems“ herausgegeben von Yoel Hoffman im Tuttle Verlag. Hier ein Video mit ein paar Auszügen, mit ein paar von Evis Sterbegedichten dazwischengeschmuggelt. Im Zen Center of LA gab Roshi Egyoku einen Workshop darüber, was sie von Akiba Roshi gelernt hat. Es ist ein Vierzeiler. Jede Zeile drückt etwas anderes. Da es sich um ein Gedicht handelt, ist es dicht und präzise. Als roter Faden kannst Du Bilder von einem Gedicht verwenden, das zu deinem Herzen spricht oder dich inspiriert. Es können Lieder, Landschaften, Teile von deiner Arbeit oder was auch immer sein. Man kann es auch direkt und ohne Umschweife sagen. Es ist dein Leben und es wird dein Tod. Also, mach sie dir 100 % zu eigen. Zeile 1: Wie lebst Du (fasst zusammen, was Du mit/aus Deinem Leben machst)? Es geht nicht um Deine Arbeit, aber wie Du die Lebensenergie lebst, die Dir durch Dein Geburtsrecht gegeben wurde. Zeile 2: Besagt, wie lange Du gelebt hast. Oft verbinde ich Zeile eins und zwei bzw. binde sie in das Bild ein, das ich benutze. Überprüf mal, ob es schwierig für Dich ist, die Nummer anzugeben. Zeile 3: Drückt das Gefühl aus, wenn Du dem Tod ins Angesicht schaust. Wenn Du Dir vorstellst, Du stehst Auge in Auge mit Deinem eigenen Tod, was kommt? Es muss nicht heroisch sein, vielmehr ist es heroischen, wenn es ehrlich ist. Möglicherweise kommt Trauer, vielleicht Mut, vielleicht Ärger, vielleicht gibt es etwas zu bedauern oder Klarheit zeigt sich. Du wirst es nur wissen, wenn Du ehrlich hinschaust, ohne Dir selber etwas vorzumachen. Also, schau hin. Du kannst das Bild weiternutzen, dass Du bereits vor Augen hast, oder auch etwas ganz Neues verwenden. Du kannst auch deinen (Dharma-)Namen verwenden, wenn Du dem Tod begegnest. Zeile 4: Bringt zum Ausdruck, was Du gelernt hast, vom Leben oder in diesem Leben als... So, das ist die ultimative Herausforderung . Kannst Du zugeben, dass Du etwas gelernt hast? Und dann was und wie kannst du es ausdrücken? Wie hat das Leben Dein Leben bereichert und wie bereichert dein Leben das Leben?
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